Lernorte

 

Mobilising Innovative Learning Environments

Das Erasmus+ Projekt MOBILE hat das Ziel, Pädagogen und Lehrerausbildner in der Nutzung innovativer Lernräume [ILE] zu unterstützen und weiterzubilden. Aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven wird die Bedeutung des Raumes als 3. Pädagoge für die Praxis in Schule und Lehrerausbildung mit modernen Unterrichtsmethoden verbunden. Das Bewusstsein für räumliche Potenziale in traditionellen und innovativen Lernräumen wird so geschärft, um verschiedene praktische und bisher europaweit fehlende Werkzeuge zu entwickeln:

  1. Ein pädagogisch fundierter Leitfaden für die pädagogisch-räumliche Evaluation wird als Handreichung für Lehrende in 4 Sprachen entwickelt [PPOE = Pedagogical Post Occupancy Evaluation],
  2. Schulungskurse für Lehrerausbildungszentren bieten Weiterbildungen zur professionellen Nutzung der neuen Schulbautypen [Train-the-Trainer],
  3. Mit dem „Index of Innovative Learning Environments“ wird ein effizienter, autodidaktischer und selbstreflektierender Prozess mit Materialien entwickelt, der Lehrerteams darin unterstützt, die räumliche Nutzung ihrer Lernumgebungen eigenständig zu verbessern [Index of ILE].

Ziel ist es, die räumlich-didaktischen Kompetenzen der Lehrenden nachhaltig zu unterstützen und gezielt zu erweitern.

 

Learning Environments Applications (LEA)

In den kommenden Jahren werden in Europa voraussichtlich mehr als 100 Milliarden Euro für Schul- und Bildungsbauten ausgegeben werden. Allein in den deutschsprachigen Ländern rechnet man derzeit mit Investitionen von mehr als 67 Milliarden Euro bis 2030.

Obwohl immer mehr Fachleute wahrnehmen, welche bedeutende Rolle der Raum in der Pädagogik einnimmt, kam dieses Thema bisher in keinem der beteiligten Ausbildungsberufe (Verwaltungsangestellte der Kommunen) und Studiengängen (Architektur, Verwaltungswissenschaften, Immobilienwirtschaft, Fachplanungen Landschaftsarchitektur, Lehramt aller Schulformen) in angemessener und strukturierter Weise vor. Auch Weiterbildungsangebote gibt es bisher nur vereinzelt ohne verlässliche Verstetigung.

Gleichzeitig steigen mit jedem neuen Schulbau(um)projekt Bedarf und Nachfrage an fachkundigen Schulbauberater.innen – sowohl in den schnell wachsenden Großstädten als auch in den ländlichen Regionen. Die letzte Schulbauwelle war in den 1970er-Jahren, also vor mehr als 50 Jahren!

Auch die partizipative Einbindung von Nutzer.innen hält immer stärker Einzug in Planungsprozesse. So haben mittlerweile die meisten bundesdeutsche Großstädte Schulbaurichtlinien festgelegt, die die Beteiligung aller schulischen Akteur.innen (Lernende, Lehrende und Eltern) vorschreiben (z. B. Berlin, München, Düsseldorf, Köln).

Doch Partizipation will gelernt sein; denn für die Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der schulischen Akteur.innen braucht es Erfahrung und die richtigen Werkzeuge. Das nötige Know-how fehlt nicht nur vielen Kommunen, sondern auch den unterschiedlichen Berufsfeldern der modernen Schulbauplanung.

Die Zeit drängt angesichts der aktuellen Schulbauwelle. Hier setzt das Projekt LEA an.

 

Alemannenschule Wutöschingen  (ASW)

Die Alemannenschule Wutöschingen ist eine Gemeinschaftsschule im Süden Baden-Württembergs, die sich zum Ziel setzt, Kindern und Jugendlichen zeitgemäße Lernformen zu ermöglichen. 

In den Arbeitsfeldern Raum, Zeit, Schüler und Lehrer wurden zielgerichtet und auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse Veränderungsprozesse eingeleitet und wurden durch Lernateliers, Inputräume und kooperative Lernbereiche ersetzt; es wurde eine Rhythmisierung eingeführt, die auf die Bedürfnisse der Lernenden Rücksicht nimmt; Lehrer wurden zu Lernbegleitern und Schüler zu Lernpartnern und das Lernen soweit wie möglich personalisiert.

Mit innovativen Konzepten und Ideen ist die ASW zu einem Vorreiter moderner Schulen in Baden-Württemberg und darüber hinaus geworden. Die Ergebnisse externer Evaluationen und das Feedback von Lernpartnern, Eltern und Lernbegleitern bestärken uns darin, diese Ideen weiter zu verfolgen und zu realisieren.

Für einen Eindruck über die Raumstrukturen hat die Schule ein Fotobuch erstellt. Darüber hinaus kommentieren Stefan Ruppaner (Schulleiter) und Johannes Zylka (ehemaliges Schulleitungsmitglied) in Veränderte Pädagogik braucht veränderte Strukturen die Aufbauarbeiten der Schulgemeinde.

Ideen, Konzepte, Meinungen

Edutwitter

Außerschulische Lernorte

Wissenschaftler*innen, Unternehmen(verbände) und Bildungsinitiativen engagieren sich in hohem Maße rund um den MINT-Bereich. Viele Angebote zielen vor allem auf die Motivation der jungen Schülerinnen und Schüler ab. Zu den bekanntesten zählen sicher das Mathematicum mit seinen weiteren lokalen Ablegern, MINT-EC sowie die Hopp- Foundation. Genauso lobenswert sind die Anstrengungen auf lokaler Ebene, die dazu anregen können, es ihnen gleich zu tun. Darum geht es nun im Folgenden …

Kulturagenten

Im Verlauf des Modellprogramms “Kulturagenten für kreative Schulen” sind zahlreiche Konzepte, Projekte, Formate und Strukturen entwickelt worden, wie kulturelle Bildung in Schule und Kulturinstitutionen verankert werden kann. In der hier vorliegenden Onlinepublikation “Mission Kulturagenten” werden diese Konzepte, Projekte und Formate sowohl in verschiedenen Textbeiträgen dokumentiert und reflektiert als auch als Praxismaterialien aufbereitet. Damit wird Erfahrungswissen aus dem Programm in Form von übertragbaren Projekt- und Qualifizierungsmodellen für Akteure aus dem Feld der kulturellen Bildung wie Schulen, Kultureinrichtungen, Kunstschaffende, Universitäten und der Politik zur Verfügung gestellt. 

Die Printpublikation versammelt eine repräsentative Auswahl an Texten der Onlinepublikation. Sie gliedert sich in vier Module, die unterschiedliche Themen und Perspektiven auf die Erfahrungen und Ergebnisse des Kulturagentenprogramms abbilden.

WIZZN

WIZZN richtet sich laut Information der Initiatorin (Stadt Freiburg) sowohl an Jugendliche als auch an Lehrer*innen, die nach Angeboten suchen, wie sie ihren Schulunterricht zum Beispiel mit Exkursionen, Ausflügen und Projekttagen ergänzen und bereichern können. Mit der Suchfunktion lassen sich die passenden Angebote zum Beispiel nach Thema, Zielgruppe, Sustainable Developement Goals (SDG) oder Leitperspektive filtern.

In Freiburg gibt es eine große Vielfalt an außerschulischen Lernorten. Diese Internet-Plattform zeigt die Lernorte zu den Themen Umwelt/ Nachhaltigkeit/ Naturwissenschaft auf einen Blick. Als internetgestütztes Projekt wird WIZZN kontinuierlich wachsen und sich weiter entwickeln.

Anbieter*innen von Lernangeboten können die Webseite kostenfrei zur Präsentation ihrer Angebote nutzen. Für die Inhalte sind die jeweiligen Veranstaltenden zuständig. Über den Login können alle WIZZN Partner*innen ihre Themen selbstständig jederzeit aktualisieren.

codivity

 

Das Team hinter „codiviti education gUG“ besteht aus IT- und MINT-Experten und Expertinnen, Designern und Designerinnen, Pädagogen und Pädagoginnen. „Kreativ-Kreativer-Programmieren“ ist die Maxime der Projekte und findet sich auch im Namen des Preisträgers wieder, der sich aus „Coding“ und „Creativity“ zusammensetzt.

Mit Projekten rund um das Thema Programmieren und mit Technikexperimenten wer­den Bildungseinrichtungen und Unternehmen vor Ort oder in Onlinekursen unterstützt und begleitet. Zum Beispiel werden im ganzheitlichen IT-Bildungsprojekt „Coding in der Grundschule – IT geht alle an!“, Technik und Natur in einer spannenden Kombination in einem pädagogischen Kontext angeboten. Dabei werden alle Beteiligten einer Grundschule mit einbezogen, also alle Lehrkräfte, Schüler und Schülerinnen, aber auch deren Eltern als zukünftige Multiplikatoren. Auf diesem Wege bietet „codiviti education“ auf Nachhaltigkeit angelegte Bildungsprojekte zur Förderung der Digitalisierungskompetenzen für Kinder an.

In einem weiteren Projekt „Ein Robi in der Stadt – Verkehrserziehung einmal anders“ lösen Kinder in einem aufgebauten Parcours bekannte Verkehrsprobleme, indem sie ihre Roboter so programmieren, dass diese unbeschadet und sicher über die Straßen fahren können.

Maker Island

 

Mit freier Software und Open-Source-Technologien können wir gemeinsam einen digitalen Raum gestalten, der für alle auf den Elbinseln zugänglich ist. Und der frei ist von Vorgaben, Einschränkungen und Algorithmen digitaler Großkonzerne.

 

Wie das geht?

 

Junior Uni – Forscherplattform für das Bergische Land

Die Wuppertaler Junior Uni für das Bergische Land ist eine einzigartige Lehr- und Forschungseinrichtung für junge Menschen zwischen vier und zwanzig Jahren. Sie ist fast komplett privat finanziert und wird getragen von einer breiten gesellschaftlichen Unterstützung. Die Junior Uni ist ein Bildungsnetzwerk, das nicht nur jedes einzelne Talent, sondern auch die gesamte bergische Region für die Zukunft stärkt. In enger Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal und engagierten Pädagog*innen aller Schulformen entwickelt und erprobt sie neue Konzepte zur Wissensvermittlung, darunter auch neue digitale Lernformate.

Weitere Hinweise

Podcast, Magazin, Zeitungsartikel

Deutschlandfunk: Schulbauten der Zukunft – Mehr als nur Klassenzimmer mit Tischen und Bänken

Interview mit dem Architekten Frank Hausmann über Schulbau.

SWR 2: Neue Schularchitektur – Vom Klassenraum zum Lernatelier

Der Schulbau steht vor großen Herausforderungen. Als zukunftsweisend gelten Ansätze, die moderne Pädagogik mit moderner Architektur verbinden. Wie sieht das Schulhaus von morgen aus? 

Der Beitrag stellt die Alemannenschule Wutöschingen vor.

 

Ganztag in Bayern: Raum im Ganztag

Räume wirken immer. Ob einladend oder abweisend, inspirierend oder beängstigend, autoritär oder behaglich. Sie lösen in uns unterschiedliche Reaktionen aus und besitzen vor allem eine emotionale Dimension, die unser Wohlbefinden maßgeblich beeinträchtigt. Neben der Architektur besitzt vor allem auch die Ausstattung und Gestaltung eines Raumes eine permanente Wirksamkeit. Überträgt man diesen Gedanken auf den Lern- und Lebensraum Schule, so muss einer pädagogischen Gesamtkonzeption unbedingt der Faktor „Raum“ bedacht werden.

In der Ganztagsschule wird die Bedeutung dieses Faktors durch die verlängerten Betreuungszeiten noch gesteigert, da Schule vor allem zum Lebensraum der Heranwachsenden wird. Dem Raum als „dritten Erzieher“ kommt damit eine besondere pädagogische Bedeutung zu.

 

Microsoft-Projekt: „Schule von Morgen“ – Ein Blick hinter die Kulissen

Hintergründe über dieses Projekts vermittelt ein Interview mit Jakob Huber, Education Marketing Lead (Microsoft Deutschland) und Liljana Brennenstuhl (Gesellschaft für digitale Bildung).

 

Tobias Haertel: Maker Education ‚meets‘ Ingenieure ohne Grenzen Challenge – Technikunterricht in Zeiten der Industrie 4.0

Technikunterricht in Zeiten der Industrie 4.0 neu denken – als möglicher Eckpfeiler einer zukunftsfesten technischen Bildung wird der Ansatz der Maker Education vorgestellt, dem es gelingt, die Motivation und Kreativität von Lernenden zu fördern.

 

Anne Backhaus: Offene Denkräume (ZEIT-Online)

Eine Schule ohne Klassenzimmer – schlechter Scherz oder Revolution? Ein Hamburger Gymnasium wagt einen Neubau, der mit alten Gewohnheiten und Strukturen bricht.

Blogartikel

MiSHN ist ein Netzwerk von Personen, die entweder in einem Schulmakerspace involviert sind oder diese unterstützen wollen. Das Netzwerk ist für jeden offen, der diese Kriterien erfüllt. Lehrkräfte, die die Initiative ergreifen, einen Makerspace zu schaffen, sind im Moment meistens Einzelkämpfer. Dieses Dasein aufzulösen ist das zuvorderste Ziel. Danach kommt die Entwicklung und die Vernetzung der Schulmakerspaces in Hamburg. Ein weiteres erklärtes Ziel ist es, die Schulmakerspace mit Institutionen wie FabLabs, Makerspaces, Vereinen, Hochschulen, Unternehmen, Stiftungen usw. zu vernetzen. Die entstehenden Kooperationen sollen langfristig angelegt sein und den Schulen bei der Umsetzung von Maker Education / STEM in Schulen helfen. MiSHN begleitet und dokumentiert diese Kooperationen. Die Schulen bzw. die handelnden Personen teilen Erfahrungen, erstellte Konzepte, Ideen, Materialien, Veranstaltungen, Maker, Inventarlisten, Tipps zu Ausstattung, … Sie arbeiten auch gemeinsam daran.

Wie sollten Lernräume der Zukunft aussehen? Schulen wurden ja häufig in Epochen gebaut, die auf eine spezifische Art des Lehrens ausgerichtet waren: Auf ein Beibringen, In-die-Köpfe-Drücken. Mit offenen Strukturen könnte man sowohl den klassischen Lehrbetrieb als auch Open Spaces in der Schule ermöglichen.

Jana und André tauschen sich in einem Gespräch aus, mit einem abschließenden Statement von Jöran Muuß-Merholz.

 

Für „Schulbau Open Source“ wurde eine reale Schulplanung transparent aufbereitet und daraus ein digitaler Leitfaden erstellt.

Eine reale Schulplanung beispielhaft und transparent für alle aufbereitet. Ausgangspunkt ist eine neue Schule in Weimar, die im Rahmen der IBA Thüringen entsteht. Online ist nicht nur die Konzept­findung mit den Nutzern nachzuvollziehen, sondern im virtuellen „Planschrank“ sind auch die bisherigen Dokumente der Leistungsphasen 0 bis 4 inklusive Prüfberichten, amtlichen Stellungnahmen und Fachplänen offen einsehbar. Im Bereich „Planungswissen“ sind schließlich die Erkenntnisse in 26 Themenpaketen, etwa Möblierung, Tageslicht oder Raumakustik zusammengefasst und grafisch verständlich dargestellt. Selten wirkte eine so komplexe Bauaufgabe so kinderleicht!

Direkter Link: schulbauopensource.de

Taskcard/ Padlet

Jan Marenbch (@jjjmare): Schule – mein Wunschkonzert

Wie sollen Orte für zeitgemäßes Lernen aussehen? Konzepte, Ideen, Beispiele.

 

Sabine Strauss (@Sallythechin): Raumkonzepte

Ideen für Makerspaces und “neue” Lernräume

 

Schulhof-Gestaltung: Tipps und Beispiele

 

 

Forschung & Lehre

Christian Berger MA., Dr. Gerhard Scheidl (PH Wien): Evaluationsbericht “Fab Lab@School”

Im Rahmen einer Begleitforschung soll anhand der Erfahrungen aus dem Projekt “Fab@School” evaluiert werden,

  • inwieweit digitale Design- und Produktionsmöglichkeiten in den Ablauf der Bildungseinrichtungen integriert werden können,
  • inwieweit sie Eingang in die PädagogInnenAusbildung finden können und
  • welche technischen und organisatorischen Voraussetzung dafür in den Bildungseinrichtungen geschaffen werden müssten bzw. ob eine gemeinsame Nutzung bestehender Fab Labs durch die Bildungseinrichtungen sinnvoll wäre.

Der Bericht fasst die Forschungsergebnisse zusammen.